Wie Trennmittel das Anhaften von heißem Asphalt verhindern, warum Dieselkraftstoff dafür ungeeignet ist und wie richtig dosiert wird.
Heißer Asphalt klebt an allem, was Metall ist: an der Bohle des Fertigers, an den Walzenbandagen, an Schaufeln, Rechen und den Ladeflächen der Kipper. Wird das nicht verhindert, reißt das anhaftende Material bei der nächsten Bewegung Körner aus der frischen Schicht — und was einmal angebacken ist, geht am Schichtende nur noch mit Kraft und Lösemittel ab.
Jahrzehntelang wurde mit Dieselkraftstoff gearbeitet. Das funktioniert kurzfristig und hat drei Nachteile, die den Ausschlag geben:
Ein modernes Asphalt-Trennmittel ist wassermischbar und wird stark verdünnt eingesetzt. Es legt einen dünnen Trennfilm auf das Metall, ohne das Bitumen anzulösen. Es ist biologisch abbaubar und geruchsarm — was auf einer Baustelle in der Ortsdurchfahrt ein eigenes Argument ist.
Weil es als Konzentrat geliefert wird, sinkt zugleich das transportierte Volumen: Ein Kanister ersetzt ein Vielfaches an gebrauchsfertiger Flüssigkeit.
Zu viel aufgetragen, läuft das Mittel ab und verdünnt an der Kontaktstelle das Bindemittel — dieselbe Wirkung, die man dem Diesel vorwirft, nur schwächer. Richtig ist ein dünner, gleichmäßiger, geschlossener Film. Pfützen auf der Ladefläche sind ein Zeichen für Überdosierung, nicht für gute Vorsorge.
Die Verdünnung richtet sich nach der Vorgabe im Datenblatt; im Zweifel lieber schwächer ansetzen und häufiger auftragen.
Trotz Trennmittel bleiben Reste an Maschinen und Werkzeug. Die gehen mit einem Asphalt- und Bitumenlöser ab, solange sie noch nicht vollständig ausgekühlt und verhärtet sind. Wer das auf den nächsten Morgen verschiebt, braucht das Vielfache an Zeit und Mittel.
Dazu gehört ein Ölbinder auf jede Baustelle: Hydraulikleckagen an Fertiger und Walze sind Alltag, und ausgelaufenes Öl auf frischem Asphalt ist ein Schaden, der sich nicht mehr wegreinigen lässt.
Diesel löst das Bitumen an und macht die Asphaltschicht an der Kontaktstelle magerer. Der abtropfende Überschuss ist wassergefährdend, und die Dämpfe belasten die Kolonne über den ganzen Arbeitstag. Die einschlägigen technischen Vertragsbedingungen für Asphaltarbeiten fordern deshalb bitumenverträgliche Trennmittel.
Es wird als Konzentrat geliefert und nach der Vorgabe des Datenblatts mit Wasser angesetzt. Im Zweifel schwächer ansetzen und häufiger auftragen — Überdosierung führt dazu, dass das Mittel abläuft und das Bindemittel verdünnt.
Auf Bohle und Schnecke des Fertigers, über die Berieselungsanlage auf die Walzenbandagen, auf Ladeflächen und Mulden vor jedem Beladen sowie auf Handwerkzeug, Randbleche und Schalungen.
Mit einem Asphalt- und Bitumenlöser, möglichst bevor das Material vollständig ausgekühlt und verhärtet ist. Am Schichtende gereinigt geht es mit einem Bruchteil des Aufwands, den dieselbe Stelle am nächsten Morgen erfordert.
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