Wie ein Verbundmörtel arbeitet, warum er randnah gesetzt werden darf und welche fünf Schritte über die Tragfähigkeit entscheiden.
Ein Spreizdübel hält, weil er sich im Bohrloch verklemmt. Er drückt dabei nach außen — und genau dieser Druck ist sein Problem: Zu nah am Rand oder zu dicht am nächsten Anker gesetzt, sprengt er den Beton auf, statt zu halten.
Ein chemischer Anker arbeitet anders. Der Zweikomponenten-Mörtel füllt das Bohrloch und verbindet sich kraft- und stoffschlüssig mit der Bohrlochwand und der Gewindestange. Es entsteht kein Spreizdruck. Deshalb kann randnah gesetzt werden, mit geringen Achsabständen, und auch in Hohlkammersteinen — dort mit Siebhülse.
Durchmesser und Tiefe nach Vorgabe, nicht nach Gefühl. Zu tief ist unkritisch, zu flach kostet direkt Tragfähigkeit.
Ausblasen, bürsten, nochmals ausblasen. Bohrmehl im Loch ist die häufigste Ursache für Anker, die die rechnerische Last nicht erreichen: Der Mörtel klebt dann am Staub statt am Beton. Wer diesen Schritt abkürzt, verliert einen erheblichen Teil der Auszugskraft.
Die ersten Zentimeter aus der Statikmischdüse sind noch nicht sauber durchmischt und gehören in den Abfall, nicht ins Bohrloch.
Das Loch von der Sohle her zu etwa zwei Dritteln füllen und die Düse beim Auspressen langsam zurückziehen. So bleibt keine Luft eingeschlossen.
Die Gewindestange unter leichtem Drehen einschieben, bis Mörtel gleichmäßig am Rand austritt. Dieser Austritt ist die Kontrolle, dass das Loch voll ist. Dann bis zum Ende der Aushärtezeit nicht mehr belasten und nicht mehr nachjustieren.
Aushärtezeiten gelten temperaturabhängig. Bei Kälte dauert es deutlich länger als im Datenblatt für 20 °C angegeben; bei Hitze verkürzt sich die Verarbeitungszeit auf wenige Minuten. Im Sommer heißt das: Kartusche im Schatten lagern und in kleinen Portionen arbeiten.
Klassische Verbundmörtel auf Styrolbasis riechen stark und belasten die Luft im Raum. Eine styrolfreie Rezeptur ist bei Arbeiten in Innenräumen, in Kellern und in belegten Gebäuden der praktische Unterschied — vor allem, wenn im selben Raum noch andere Gewerke arbeiten.
Immer dann, wenn kein Spreizdruck entstehen darf: bei randnahen Befestigungen, geringen Achsabständen, in Hohlkammersteinen und in altem, unregelmäßigem Mauerwerk. Bei tragenden oder sicherheitsrelevanten Befestigungen entscheidet allerdings der Verwendbarkeitsnachweis des jeweiligen Produkts darüber, ob es eingesetzt werden darf.
Verbleibendes Bohrmehl trennt den Mörtel vom tragfähigen Beton — der Anker klebt dann am Staub. Das ist die häufigste Ursache für Verankerungen, die ihre rechnerische Last nicht erreichen. Ausblasen, bürsten, nochmals ausblasen.
Das hängt stark von der Temperatur ab. Die Angaben im Datenblatt gelten für etwa 20 °C; bei Kälte verlängert sich die Zeit erheblich, bei Hitze verkürzt sich vor allem die Verarbeitungszeit. Bis zum Ende der Aushärtung darf weder belastet noch nachjustiert werden.
Technisch ist das eine typische Anwendung von Verbundmörteln. Bauordnungsrechtlich braucht es dafür jedoch einen Verwendbarkeitsnachweis für genau diese Anwendung und eine Bemessung durch den Tragwerksplaner. Ohne diesen Nachweis ist das Einkleben von Bewehrung nicht zulässig — unabhängig davon, wie sorgfältig gearbeitet wird.
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