Wann eine Steinimprägnierung sinnvoll ist, worin sie sich von einer Versiegelung unterscheidet und wie sie fachgerecht aufgebracht wird.
Eine Terrasse wird nicht schmutzig, weil zu selten gereinigt wird. Sie wird schmutzig, weil der Belag saugt. Naturstein, Betonwerkstein, Klinker und mineralischer Putz haben Poren, in die Wasser, Öl, Rotwein, Blütenstaub und Algen einziehen. Was in der Pore sitzt, bekommt kein Reiniger mehr vollständig heraus — deshalb wird jede Reinigung mühsamer als die davor.
Eine Imprägnierung setzt genau dort an: Sie zieht in die Pore ein und macht die Kapillare wasserabweisend. Der Stein bleibt offen, er kann weiter atmen, aber Flüssigkeit perlt ab, statt einzuziehen.
Die beiden Begriffe werden im Baumarkt gern vermischt, technisch sind es zwei verschiedene Dinge.
Auf Terrassen, Wegen, Mauerkronen und Fassaden ist die Imprägnierung in aller Regel die richtige Wahl, weil der Untergrund Feuchtigkeit wieder abgeben können muss. Filmbildende Systeme haben ihren Platz an anderer Stelle — etwa als geprüfte Oberflächenschutzsysteme auf befahrenen Betonflächen.
Sie verhindert, dass Wasser und ölige Flecken einziehen. Sie macht Verschmutzungen abwischbar, statt sie zu verhindern. Sie reduziert Frostschäden, weil weniger Wasser im Stein steht, wenn es gefriert. Und sie verlangsamt den Algen- und Moosbewuchs deutlich, weil die Oberfläche schneller trocknet.
Was sie nicht leistet: Sie ersetzt keine Reinigung und hält keine mechanische Beanspruchung ab. Auf einer Fläche, die täglich befahren wird, ist sie nach zwei bis drei Jahren dünn. Und sie verbessert die Rutschhemmung nicht — wo eine bestimmte Bewertungsgruppe nach R-Klassen gefordert ist, gehört das gesondert geprüft.
Das ist der Schritt, an dem die meisten Imprägnierungen scheitern. Was vor dem Auftragen in der Pore sitzt, wird eingeschlossen — Grünbelag, Zementschleier, Ölflecken. Je nach Verschmutzung kommt ein Aktiv-Sauerstoff-Reiniger, ein saurer Steinreiniger oder ein haftendes Reinigungsgel zum Einsatz.
Der Belag muss trocken sein, und zwar nicht nur oberflächlich. Nach einer Nassreinigung sind bei Sommerwetter ein bis zwei Tage realistisch, bei dicken Platten und im Herbst deutlich mehr. Wird auf feuchten Untergrund imprägniert, bleibt die Wirkung an der Oberfläche und ist nach einem Winter weg.
An einer unauffälligen Stelle auftragen und trocknen lassen. Manche Natursteine dunkeln leicht nach. Das ist kein Fehler, aber man sollte es vorher wissen und nicht mitten auf der Terrasse feststellen.
Mit Sprüher, Rolle oder Quast — sattes Auftragen ist wichtiger als eine perfekte Technik. Überschuss, der nach 10 bis 15 Minuten noch auf der Oberfläche steht, wird abgenommen, sonst trocknet er zu Flecken an. Bei stark saugendem Material lohnt ein zweiter Auftrag nass in nass.
Trockenes Wetter, Untergrundtemperatur zwischen etwa 8 und 25 °C, keine direkte Mittagssonne und für die nächsten 24 Stunden kein Regen. Praktisch heißt das: Frühjahr oder Spätsommer. Im Hochsommer verdunstet das Trägermittel zu schnell, im Spätherbst trocknet nichts mehr richtig durch.
Der einfachste Test ist ein Glas Wasser: Perlt es nach ein paar Minuten noch ab, ist der Schutz intakt. Zieht es dunkel ein, ist es Zeit. Auf begangenen Terrassen sind das erfahrungsgemäß drei bis fünf Jahre, auf befahrenen Flächen und Mauerkronen weniger.
Nein. Der Untergrund muss durchgetrocknet sein, sonst bleibt das Mittel an der Oberfläche und die Wirkung hält nur eine Saison. Nach einer Nassreinigung sollten je nach Witterung ein bis mehrere Tage vergehen.
In der Regel nicht sichtbar, weil sie einzieht statt einen Film zu bilden. Einzelne Natursteine dunkeln jedoch leicht nach. Deshalb gehört vor der Flächenanwendung immer eine Probefläche an unauffälliger Stelle angelegt.
Auf normal begangenen Terrassen drei bis fünf Jahre, auf befahrenen Flächen und exponierten Mauerkronen kürzer. Ob nachgearbeitet werden muss, zeigt der Wassertest: Perlt Wasser noch ab, ist der Schutz intakt.
Eine einziehende Imprägnierung bildet keinen Film, sodass die Oberfläche im Regelfall unverändert bleibt. Filmbildende Versiegelungen können dagegen glatt werden. Wo eine bestimmte Rutschhemmung gefordert ist, ersetzt das keine Prüfung — die Bewertungsgruppe nach R-Klassen wird am fertigen Aufbau ermittelt.
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